Liebe Leser/innen,
die Klimakonferenz in Durban ist gescheitert. Wieder einmal wird uns vor Augen gehalten, dass die Politik nicht in der Lage ist, für die Menschheit bedrohliche Situationen abzuwenden. Doch wie der Philosoph Emanuel Kant schon vor einigen Jahrhunderten richtig erkannte:
“ AUFKLÄRUNG ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen.“
Durban hat gezeigt, dass wir nicht die Verantwortung in die Hände und Köpfe der Politik abgeben können, sondern eigenständig handeln müssen. Es ist unsere moralische Verpflichtung uns, unserer Gesellschaft und unserer Umwelt gegenüber, die uns anvertraut ist, die jetzigen Zustände zu ändern.
Viele Unternehmen wie z.B. Bosch und andere denken in die gleiche Richtung und entwickeln ganzheitliche Problemlösungskonzepte für uns und unsere Umwelt.
Wir können viel tun:
- Nehmen wir tatsächlich den Bus oder das Fahrrad, wenn es eben geht.
- Investieren wir in nachhaltige, lokal hergestellte Produkte
- Reduzieren wir den Fleischkonsum
- Pflanzen wir Bäume, die CO² binden und uns mit Sauerstoff versorgen
- Reden wir mit Menschen, gründen Kooperativen um grüne Energieoasen zu schaffen!
Leider werden wir über die Medien immer wieder verunsichert. Dies vor allem, wenn es um andersartige oder neue Konzepte wie die Photovoltaik geht. Diskussionen über die Einspeise-Vergütung hier und in anderen Ländern haben dazu geführt, dass viele von uns nicht wissen, was das Richtige ist.
Wie in dem vorherigen Artikel beschrieben, ist für Anfang 2012 eine Reduzierung der Einspeise-Vergütung um 15% vom Bund beschlossen worden.
Doch was bedeutet dies?
Die Einspeise-Vergütung wurde ursprünglich mit dem EEG (Energie-Einspeise-Gesetz) eingeführt, um der Forschung von Photovoltaik-Anlagen eine bestmögliche finanzielle Grundlage zu ermöglichen, da Effizienz und Technologie noch nicht ausgereift waren. Obwohl längst für Satelliten in den 1970ziger Jahren eingesetzt, betrug der Wirkungsgrad einer Solarzelle vor 45 Jahren zwischen 5 und 7 %.
Damit waren Photovoltaik Zellen, obwohl Umwelt- und Ressourcen- schonend, nicht wettbewerbsfähig im Vergleich zu fossilen Brennstoffen.
Durch die Einführung des EEG sollte ein zusätzlicher wirtschaftlicher Anreiz für Interessierte gegeben werden, um Ertragsrisiken bzw. – ausfälle zu minimieren bzw. aufzuheben und zwar solange, bis eine sog. Marktparität erreicht sein würde, d.h. eine natürliche wettbewerbsfähige Preisregulation der Anlagen.
Als Konsequenz dieser Initiative stieg die Zahl der Anlagen im Jahre 2005 auf 1 Gigawatt Nennleistung, bereits 2010 wurden 10 Gigawatt überschritten.
In der gleichen Zeit konnten Hersteller wie SMA z.B. von Kleinproduktionen auf Massenfertigung umsteigen, und intensiv in die Forschung und Entwicklung von Materialien für Module und Zellen investieren. Als Konsequenz dieser Entwicklung konnten zwei Trends beobachtet werden:
1) Die Preise für Photovoltaik Module sanken von 2009 bis Oktober 2011 um bis zu 56%. Gründe hierfür liegen in Skaleneffekten, technologischen Entwicklungen, Normalisierung des Solar-Silizium-Preises und durch den Aufbau von Überkapazitäten und Konkurrenzdruck bei den Anbietern.
Im April 2011 lagen die Modulpreise bereits unter 1 Euro pro kWp für a-Si-Dünnschichtmodule.
2) 2009 überschritten die Steuereinnahmen aus Solaranlagen zum erstmalig die Ausgaben für die Solarförderung.
3) Der Wirkungsgrad von Wechselrichtern sowie Modulen ist aufgrund der rasanten Forschung und Entwicklung extrem gestiegen. Diese sieht bei den führenden Technologien folgendermaßen aus:
Der Wirkungsgrad für Dünnschichtmodule auf der Basis von Cadmiumtellurid liegt bei ca. 12 %. Bei Solarzellen aus polykristallinem Silizium liegt er zwischen 13 bis 18 %, Zellen aus monokristallinem Silizium zwischen 14 und 24 %. Sogenannte Konzentratorzellen können in Laborsituationen sogar über 40 % Wirkungsgrad erzielen.
4) Darüber hinaus wird die Produktion von sog. Wafern, der Vorstufe der Solarzelle immer wirtschaftlicher, d.h. dünner und flexibler bei gleichzeitig höherer Leistung.
5) Die Entwicklung geht immer weiter: Bei Wechselrichtern werden heute schon Wirkungsgrade von fast 99% erreicht.
Daher…freuen Sie sich mit uns….
Es wird erwartet, dass aufgrund dieser Entwicklungen in Deutschland eine Parität in 2014 erreicht wird. Dies bedeutet, dass die Preisentwicklung und Effizienz der Photovoltaik-Technologie in Deutschland eine weitere wirtschaftliche Unterstützung unnötig machen, da sie ihre Wettbewerbsfähigkeit erreicht hat. Die Photovoltaik-Branche kann und wird zeigen, dass Sie ein ernst zu nehmender, Gewinn bringender Partner in unserem Umwelt schonenden Energiekonzept ist. Die Wirtschaftlichkeit ergibt sich aufgrund der genannten Entwicklungen.
Die Photovoltaik Technologie hat gelernt, nach über 45 Jahren und kräftiger Geburtshilfe auf eigenen Beinen zu stehen. Sie ist eine lukrative, verlässliche, emissionsfreie Spitzentechnologie, an der führende Köpfe der Solarenergie gearbeitet haben.
Lassen Sie sich daher nicht ins Bockshorn jagen, liebe Leser/innen. Die Kürzung der Einspeise-Vergütung ist also keineswegs ein Rückschlag für die Solarbranche. Es ist vielmehr im Sinne der Solarindustrie, dass die Förderung für ihre vormalige Entwicklung nun wieder heruntergefahren wird und die Branche nicht ein künstliches unwirtschaftliches Konstrukt ist.
Erfreuen Sie sich an den wirtschaftlichen und technologischen Entwicklungen, lassen Sie sich beraten, und finden Sie heraus, wie wirtschaftlich Ihr Dach sein kann und was Sie zum Umweltschutz beitragen können.
Mit sonnigen Grüßen
Ellen Oberste Berghaus MA
http://ovi-photowatt.com